Wer einen Camper Ausbau in der Schweiz plant, landet beim Thema Gas sehr schnell bei Zusatzaufwand, Kosten und Abnahmen. Genau darum lohnt es sich, den Camper innenausbau von Anfang an gasfrei zu denken. In vielen Fällen ist das einfacher, günstiger und schneller umsetzbar.
Mit einem sauberen 12V-Setup aus LiFePO4 Batterie, Solaranlage, Ladebooster, Wechselrichter und Induktionskochfeld baust du heute einen Camper, der für den Alltag besser funktioniert als ein klassischer Gasausbau.
1. Gas im Camper bedeutet Abklärung, Prüfung und Folgekosten
Wenn du in der Schweiz einen Camper mit Gas zulassen willst, musst du ab 500 Gramm Gas eine Gasprüfung machen. Wichtig: Es geht um 500 Gramm, nicht um 0.5 Liter.
Dazu kommt ein weiterer Punkt: Eine Gasinstallation kannst du heute kaum noch einfach selber bauen und später abnehmen lassen. In der Praxis nimmt ein Gasprüfer oft nur noch ab, was ein Gasinstallateur eingebaut hat. Es gibt Fälle, in denen du das Vorhaben vorab mit einem Gasprüfer besprechen kannst und er es dir dann trotzdem abnimmt. Das musst du aber zwingend vorher klären.
Wichtig ist dabei auch: Der Gasprüfer muss die ganze Installation einsehen und beurteilen können. Gasschläuche hinter Verschalungen oder in nicht einsehbaren Bereichen sind deshalb ein Problem. Alles, was nicht sichtbar und sauber nachvollziehbar ist, erschwert die Abnahme.
2. Unter 500 Gramm wird es für den Camper Ausbau deutlich einfacher
Unter 500 Gramm gibt es in diesem Bereich deutlich weniger Aufwand. Genau darum ist eine Lösung mit unserer 450 Gramm Gaskartusche interessant. Mit dem passenden Regler kannst du so eine einfache und kompakte Kochlösung umsetzen, ohne in den ganzen Aufwand einer klassischen Gasinstallation zu geraten.
Für viele Projekte im Bereich Camper ausbauen, Camper bauen oder Camper umbauen ist das der deutlich pragmatischere Weg.
3. Für die Camper Zulassung brauchst du eine fixe Kochstelle
Für die Zulassung brauchst du im Normalfall eine fest eingebaute Kochstelle.
Ein Kartuschenkocher, den du einfach aus der Schublade nimmst und bei Bedarf auf die Küche stellst, reicht in der Regel nicht. In einzelnen Fällen und vor allem bei kleineren Fahrzeugen kann es Ausnahmen geben. Das hängt aber stark vom Prüfer ab.
Wenn du sauber planen willst, geh davon aus:
- Die Kochstelle muss fix verbaut sein
- Die Lösung muss nachvollziehbar und prüfbar sein
- Lose Geräte sind für die Zulassung meistens keine saubere Lösung
Genau hier wird ein gasfreier Camper Ausbau spannend: Eine fest verbaute Induktionsplatte erfüllt den Zweck technisch oft besser.
4. Gas ist nicht nur beim Einbau teurer, sondern auch über die Jahre
Die Gasprüfung kostet in der Schweiz etwa 110 bis 140 CHF und muss alle 3 Jahre wiederholt werden.
Über eine Nutzungsdauer von 12 Jahren kommt da ein spürbarer Betrag zusammen. Und das ist nur die Prüfung. Noch nicht eingerechnet sind:
- Aufwand für die Installation
- allfällige Anpassungen bei der Abnahme
- Mehrkosten durch Gasinstallateur oder Spezialteile
Wenn du sowieso in Elektrik Camper, Camper Batterie und Ladeinfrastruktur investierst, ist Gas wirtschaftlich oft schlicht die schlechtere Lösung.
5. In der Camper Küche reicht innen meist weniger als man denkt
Viele Küchen im Camper Van Ausbau werden zu gross geplant. Die Realität ist meistens einfacher: Die grossen Menüs kochst du draussen. Drinnen brauchst du vor allem eine kompakte, saubere und schnelle Lösung für Standardgerichte, Kaffee, Tee oder Pasta.
Für viele Ausbauten reichen darum 1 bis 2 Kochfelder völlig aus.
Das spart:
- Platz im Möbelbau
- Gewicht
- Installationsaufwand
- Komplexität im ganzen System
6. Für draussen kaufst du sowieso oft zusätzlich einen Kartuschenkocher
Die meisten, die einen Camper ausbauen, kaufen für draussen früher oder später sowieso noch einen separaten Kocher. Also einen Kocher, der mit Gaskartuschen unter 500 Gramm funktioniert.
Das ist logisch, denn draussen kochst du flexibler, angenehmer und oft auch leistungsstärker. Grössere Flaschen darfst du mitführen, solange sie nicht angeschlossen sind. Relevant für die Zulassung ist der Kocher, der fest eingebaut und angeschlossen ist.
Darum ist die saubere Trennung oft sinnvoll:
- innen: fixe, zulassungsfähige Kochlösung
- aussen: mobiler Kartuschenkocher für den Alltag
7. Gaskühlschränke sind heute kaum noch sinnvoll
Ein weiterer Punkt im Camper innenausbau ist der Kühlschrank. Gasbetriebene Kühlschränke, sogenannte Absorber-Kühlschränke, sind heute aus unserer Sicht nicht mehr attraktiv.
Sie sind im Alltag nicht wirklich effizient. Genau darum verkaufen wir seit Jahren keine Gaskühlschränke mehr.
Wir setzen konsequent auf Kompressorkühlschränke. Für einen modernen Camper Kühlschrank, Wohnmobil Kühlschrank oder Camper Kühlschrank 12V ist das heute aus technischer Sicht die bessere Lösung.
8. Moderne Elektrik macht den gasfreien Camper erst richtig attraktiv
Die Preise für Lithium-Systeme sind stark gesunken. Gleichzeitig sind Solaranlagen für Camper deutlich besser geworden. Genau deshalb kannst du heute ein starkes, alltagstaugliches und sauberes Setup komplett gasfrei bauen.
Unsere Empfehlung für einen sinnvollen Aufbau:
- Solaranlage mindestens 200 Watt
- sinnvoll und angenehm wird es ab 300 Watt
- 120Ah oder 200Ah LiFePO4 Batterie (oder mehr)
- je nach Fahrzeug und Lichtmaschine ein 30A oder 50A Ladebooster
Unter 200 Watt Solar würden wir eher nicht anfangen. Das bringt in vielen Fällen zu wenig und lohnt sich kaum.
9. LiFePO4 Batterie und Induktion passen technisch gut zusammen
Eine 12V LiFePO4 Batterie kann je nach System etwa 150A oder 200A Dauerlast liefern. Das entspricht grob etwa 2000 bis 2500 Watt.
Wichtig ist dabei: Manche Hersteller schreiben höhere Werte. Das BMS kann das unter Umständen zwar freigeben, aber physikalisch sind auch die Übergänge an den Polen irgendwann begrenzt. Genau deshalb muss das System als Ganzes sauber dimensioniert werden.
Die Grundregel ist einfach:
- Die Batterie bestimmt, was dauerhaft sinnvoll möglich ist
- Der Wechselrichter sollte dazu passen
- Das Kochfeld darf die Batterie nicht permanent überfordern
Ein realistisches Setup ist zum Beispiel:
- 1x LiFePO4 Batterie
- 1x passender Wechselrichter
- 1x Induktionsplatte mit 1800 Watt
Das reicht für Kochen, Kaffee und Tee sehr gut.
10. Zwei Kochfelder gehen auch, aber nur mit richtigem System
Wenn du zwei Kochfelder willst, musst du das Setup konsequent darauf auslegen.
Eine Induktionsplatte mit zwei Feldern sollte im Camper nicht einfach blind verbaut werden. Entscheidend ist die kombinierte Leistung. Wir haben zum Beispiel 2er-Induktionsplatten mit 2800 Watt combined power. Das ist für einen gut geplanten Ausbau deutlich realistischer als Geräte mit extrem hoher Anschlussleistung.
Ein passendes Setup dazu wäre:
- 2x 120Ah LiFePO4 Batterien (oder 2x 200Ah)
- 3000 Watt Wechselrichter
- 2er-Induktionsplatte mit 2800 Watt combined power
11. Gasfrei ist oft sogar günstiger als Gas
Viele rechnen falsch. Sie denken: Induktion braucht grosse Elektrik, also wird es automatisch teurer. In der Praxis stimmt das oft nicht.
Denn wenn du sowieso verbaust:
- LiFePO4 Batterie
- Ladebooster
- Solaranlage
- Wechselrichter
dann ist der Schritt zur Induktionsplatte oft günstiger als ein kompletter Gasausbau mit Zulassungsthema, Prüfungen und Folgekosten.
Genau darum ist ein gasfreier Camper Ausbau heute in vielen Fällen die bessere Entscheidung:
weniger Aufwand, weniger Schnittstellen, weniger Prüf-Thema, mehr Alltagstauglichkeit.
Fazit: Gasfrei ausbauen ist für viele Camper die bessere Lösung
Wenn du deinen Camper Ausbau heute neu planst, solltest du Gas nicht automatisch als Standard sehen. Gerade in der Schweiz wird Gas schnell zum Prüf- und Kostenthema.
Ein gasfreies System mit:
- LiFePO4 Batterie
- Elektrik Camper
- Solaranlage
- Ladebooster
- Wechselrichter
- Induktionskochfeld
- Kompressorkühlschrank
ist oft einfacher zu verbauen, günstiger über die Jahre und im Alltag angenehmer.
Für viele Projekte im Bereich Camper ausbauen, Camper bauen und Camper innenausbau ist das heute die technisch sauberere Lösung.
Häufige Fragen zum gasfreien Camper Ausbau
Brauche ich in der Schweiz für jeden Gaskocher im Camper eine Gasprüfung?
Nein. Relevant wird es ab 500 Gramm Gas. Unterhalb davon ist der Aufwand deutlich kleiner.
Reicht ein mobiler Kartuschenkocher für die Camper Zulassung?
Meistens nein. Für die Zulassung brauchst du in der Regel eine fixe Kochstelle.
Sind Gaskühlschränke noch sinnvoll?
Aus unserer Sicht nein. Kompressorkühlschränke sind heute die bessere Lösung für einen modernen Camper Kühlschrank.
Wie viel Solar macht auf einem Camper Sinn?
Unter 200 Watt würden wir eher nicht anfangen. Ab 300 Watt wird das Setup deutlich alltagstauglicher.
Welche Batterie passt zu Induktion im Camper?
Für einfache Lösungen funktioniert eine LiFePO4 Batterie mit passendem Wechselrichter und einer 1800 Watt Induktionsplatte sehr gut. Für zwei Felder braucht es 2 Batterie und einen grösseren Wechselrichter, also ein grösseres System.


